Frühlingsgefühle – was passiert da eigentlich?

Kaum hast du die ersten Knospen entdeckt, den ersten wärmenden Sonnenstrahl gefühlt, die ersten Tulpen in der Vase drapiert nimmst du eine Veränderung wahr. Irgendetwas liegt in der Luft. Dir fällts morgens leichter, aufzustehen. Statt beim nächsten Serienmarathon an den Start zu gehen, schmiedest du Pläne mit Freund*innen. Irgendwie bist du sogar motiviert, deine gesamte Wohnung auf den Kopf zu stellen und von Grund auf zu reinigen. Dein plötzliches Hoch verdankst du höchstwahrscheinlich den sogenannten Frühlingsgefühlen. Aber was bedeuten die genau? Und wodurch werden sie ausgest? 

Was sind Frühlingsgefühle? 

Sie kommen, wenn der Winter langsam dem Frühling weicht, und können von Person zu Person variieren. Aber wir alle erleben sie als positiv, erhebend, leicht. Die Freude über das Ende des Winters. Die Vorfreude auf all die schönen Momente in der warmen Jahreszeit. Das Gefühl des Neuanfangs und der Optimismus für ein gerade begonnenes Jahr, das mit all seinen Chancen und Möglichkeiten noch fast unberührt vor uns liegt. Das Bedürfnis, uns wieder mehr miteinander zu verbinden. Mehr Zeit mit Familie und Freund*innen an der frischen Luft zu verbringen, zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen und draußen zu sein. All das gehört zum Spektrum der Frühlingsgefühle. Aber: 


Woher kommen Frühlingsgefühle? 

Genau dann, wenn’s draußen wärmer wird, die Tage länger werden und die Natur zu blühen beginnt, setzen die Frühlingsgefühle ein. Zufall? Nein. Das Wetter beeinflusst den Körper. Während wir im Winter vermehrt das Schlafhormon Melatonin produzieren und uns träge fühlen, sinkt das Melatonin im Frühling und Sommer – wir fühlen uns wacher, aktiver, motivierter. Denn wenn die Sonne häufiger scheint, wirkt sich das auf den Hormonhaushalt aus: Nehmen wir mehr natürliches Licht über die Augen auf, senkt das nicht nur die Melatonin-Produktion, sondern kurbelt gleichzeitig Dopamin, Noradrenalin und Serotonin an. Wofür dieser Hormon-Mix gut ist? Das schauen wir uns mal näher an: 

1. Dopamin 

    Der Nervenbotenstoff aka Neurotransmitter ist für die Kommunikation der Nervenzellen im Gehirn verantwortlich und leitet Emotionen und Empfindungen weiter. Dopamin treibt an, motiviert und ist der Grund dafür, dass wir im Frühling aktiver und gerne draußen sind, uns wohler, vitaler und lebendiger fühlen. 

    2. Noradrenalin 

    Dieser Botenstoff wird bei psychischem und physischem Stress ausgeschüttet und deshalb auch als „Stresshormon“ bezeichnet. In Maßen reguliert Noradrenalin aber Aufmerksamkeit und Wachheit, steigert den Antrieb und die Leistungsfähigkeit. 

    3. Serotonin 

      Auch beim sogenannten „Wohlfühl-Hormon“ handelt es sich um einen Neurotransmitter, der unter anderem für Appetit, Schlaf und Sozialverhalten zuständig ist. Serotonin wirkt schmerzhemmend, stimmungsaufhellend und soll außerdem das Sexualverhalten beeinflussen. Was uns zur letzten – und vielleicht wichtigsten – Frage führt: 

      Frühlingsgefühle = Verliebtsein? 

      Frühling und Liebe werden häufig miteinander in Verbindung gebracht und tatsächlich scheint die Flirtbereitschaft gemeinsam mit Hyazinthen, Krokussen & Co. aufzublühen. Französische Sozialpsycholog*innen wollen sogar herausgefunden haben, dass sich die Chancen auf eine neue Bekanntschaft bei gutem Wetter erhöhen. Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass wir uns im Frühling häufiger verlieben als zu anderen Jahreszeiten.  

      Was dich aber auf keinen Fall davon abhalten soll, es zu versuchen. 😍