Haarausfall bei Frauen - das sind die Gründe

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Für viele Frauen ist Haarausfall ein sensibles Thema, das mit einem sinkenden Selbstwertgefühl und sogar Scham einhergeht. Besonders wenn immer mehr Haare in der Bürste oder im Duschabfluss hängen bleiben, der Zopf sich dünner anfühlt und teilweise sogar die Kopfhaut zu erkennen ist, kann Haarausfall zu einer großen emotionalen Belastung werden.

Warum leiden Frauen unter Haarausfall

Zwischen 70 und 100 Kopfhaaren verliert ein Mensch pro Tag, was ganz normal ist und mit dem natürlichen Wachstumszyklus des Haares zusammenhängt. Doch viele Frauen leiden im Laufe ihres Lebens unter vermehrtem Haarausfall, der viele verschiedene Ursachen haben kann. So variiert auch die Dauer dieser Beschwerden, die manchmal nur kurzzeitig infolge hormoneller Veränderungen auftreten, wie zum Beispiel durch einer Schwangerschaft oder die Wechseljahre. Sogar eine falsche Pflege- oder Stylingroutine sowie die Einnahme mancher Medikamente können die Ursache für vorübergehenden Haarausfall sein. In vielen Fällen ist der Haarausfall bei Frauen auch erblich bedingt, hier spricht man von androgenetischer Alopezie.

Hormonelle Ursachen: Die Rolle von Östrogen und Progesteron

Östrogen und Progesteron – das sind die zwei Hormone, die hauptsächlich den weiblichen Zyklus bestimmen. Dabei leitet das Östrogen die ersten Hälfte des Zyklus bis hin zum Eisprung ein, während das Progesteron maßgeblich für die biologischen Prozesse der zweiten Zyklushälfte verantwortlich ist. Das Zusammenspiel beider Hormone ermöglicht also einen reibungslosen Ablauf des biologischen Fortpflanzungszyklus. Doch in den Wechseljahren gerät der weibliche Hormonhaushalt ordentlich durcheinander, das gewohnte Zusammenspiel von Östrogen und Progesteron funktioniert nicht mehr so einwandfrei. Diese Schwankungen im Hormonhaushalt führen häufig zu Haarausfall, der oft kurzfristig, manchmal aber auch dauerhaft ist. Bis zu einem Drittel der Frauen leiden in dieser Zeit unter Haarausfall.

Genetische Veranlagung: Ist Haarausfall vererbbar?

Tatsächlich kann Haarausfall genetisch bedingt sein. Bis zu 40% aller betroffenen Frauen leiden unter erblich bedingtem Haarausfall. Hierbei spielt eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber dem körpereigenen Botenstoff Dihydrotestosteron (DHT) die entscheidende Rolle: DHT verkürzt nämlich die Wachstumsphase des Haares, bis es immer dünner wird und schließlich ausfälllt. Besonders auffällig wird das meistens am Scheitel. Dass Frauen erst in voranschreitendem Alter unter Haarausfall leiden, hängt damit zusammen, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen eigentlich vor dem negativen Effekt von DHT schützt. Sinkt der Östrogenspiegel jedoch, zum Beispiel in den Wechseljahren oder nach einer Schwangerschaft, macht sich die erbliche Veranlagung bemerkbar.

Stress und psychische Belastungen: Wie sie den Haarausfall beeinflussen können

Die gute Nachricht zuerst: Psychisch bedingter Haarausfall ist nicht permanent. Sobald die Seele sich erholt hat, wachsen auch die Haare nach. Allerdings befinden sich betroffene Frauen oft in einem Teufelskreis: mit jedem ausfallenden Haar wächst der Stress – und gleichzeitig löst Stress seinerseits wieder Haarausfall aus. Hier spricht man von "diffusem Haarausfall", der sowohl Männer als auch Frauen treffen kann. Ein Auslöser hierfür ist das Stresshormon Cortisol, durch das das Haarwachstum gehemmt wird. Außerdem erhöht sich die Anzahl an Nervenfasern, die die einzelnen Haarfollikel umgeben. Verschiedene Botenstoffe werden über diese Nervenfasern freigesetzt, auch jene, die Abwehrzellen reizen. Es kommt dann zu einer neurogenen Entzündung und die Zellen sterben vermehrt ab. Oft ist Juckreiz eine Begleiterscheinung dieses Absterbens. 

Ernährung und Mangelerscheinungen: Welche Rolle spielen Vitamine und Nährstoffe?

Für gesundes und schönes Haar kommt es auf die richtigen Nährstoffe an! Wichtige und unterstützende Nährstoffe für gesundes Haar sind:

Vitamin A: Es kräftigt das Haar und macht es geschmeidig. Das Vitamin ist an der Fettsynthese in den Follikeln beteiligt und unterstützt so auch das Haarwachstum.

Die B-Vitamine: Sie verhindern Entzündungen auf der Kopfhaut, regulieren die Talgproduktion, fördern das Zellwachstum und sind am Stoffwechsel der Haarwurzeln beteiligt.

Vitamin C: Sorgt für eine gute Durchblutung der Kopfhaut und steigert die Bioverfügbarkeit von Eisen, das wiederum den Stoffwechsel unterstützt.

Zink und Selen: Die klassischen „Beauty-Nährstoffe“ unterstützen gesunde und starke Haut, Haare und Nägel.

Weizenextrakt: Verstärkt und kräftigt das Haar, beruhigt und hydratisiert die Kopfhaut, stärkt die Hautbarriere und schützt die Kopfhaut vor schädigenden äußeren Einflüssen.

Hirseextrakt: Das enthaltene Miliacin stärkt die Haarwurzel, fördert das Wachstum und wirkt Haarwachstumsstörungen entgegen.

L-Cystein und L-Methionin: Die beiden Aminosäuren spielen eine wichtige Rolle hinsichtlich des Haarwachstums – ein Aminosäure-Mangel kann zu Haarverlust führen.

Kupfer: Wirkt grauen Haaren entgegen, stärkt die Haarwurzel und spielt eine wichtige Rolle bei der Melaninproduktion.

Pantothensäure: Erhöht die Nährstoffversorgung der Haarfollikel, spendet Feuchtigkeit und unterstützt das Wachstum der Haare.

Krankheiten und Medikamente: Einflussfaktoren auf das Haarwachstum

Tatsächlich können Krankheiten und Medikamente genau wie Stress zu einem diffusem Haarausfall führen. Durch die starke körperliche Belastung bei zum Beispiel Viruserkankungen, Corona, Schilddrüsenüberfunktionen, Schilddrüsenunterfunktionen, Nährstoffmangel, Strahlen- und Chemotherapien löst der Körper eine Art Schutzmechanismus aus. Nährstoffe und Vitamine werden in kritische Bereiche umgeleitet. Dadurch werden die jungen Haarfolikel unterversorgt und Haare die in der anagenen Wachstumsphase sind treten spontan in die letzte telogene Ausfallphase über. Dies führt zu dem stärkeren Haarausfall. Von Medikamenten wie der Anti Baby Pille, Cholesterinsenkern, Medikamente zur Blutverdünnung, Betablocker gegen Bluthochdurck oder schneller Puls und Retinoide gegen Akne kann ein diffuser Haausausfall eine mögliche Nebenwirkung sein. Aber auch hier Entwarnung -sobald sich der Körper erholt hat, wachsen auch die Haare wieder. Hier ist jedoch Geduld gefragt, denn bis die Haare komplett nachgewachsen sind kann es schon bis zu 12 Monaten dauern.

Haarpflege und Styling: Wie falsche Pflege zu Haarausfall führen kann

Die falsche Haarpflege und das falsche Styling können tatsächlich zu Haarausfall führen. Pass bei den aufgeführten Punkten besonders auf

Aggressive Inhaltsstoffe: Produkte die unsere Haare eigentlich wunderschön machen sollen, können auch genau das Gegenteil bewirken. Haarfärbemittel, Bleichmittel, Dauerwellenmittel aber auch Shampoos, Conditioner und Masken können das Haar nicht nur austrocken und strapazieren sondern auch schädlich für die Kopfhaut sein und zu Haarausfall führen.

Enge Frisuren: Ein Zopf kann gerade bei langen Haaren die unkomplizierte Lösung dür jeden Tag sein. Das ständige Tragen von sehr engen Zöpfen, Pferdeschwänzen oder einem Dutt kann aber auch zu Haarausfall und zum brechen der Haare führen, insbesondere wenn das Haar stark unter Spannung steht.

Falsche Pflegeroutine: Du solltest deinen Haartyp genau kennen und wissen welche Shampoos und Conditioners für dich geeignet sind. Eine falsche Pflegeroutine, zum Beispiel die Verwendung von Produkten für fettiges Haar, wenn dein Haar eigentlich trocken ist, kann nicht nur dein Haar beanspruchen sondern auch deine Kopfhaut angreifen und zu Haarausfall führen.

Übermäßige Hitze: Häufiges Styling mit einem Föhn, Lockenstab oder Glätteisen kann das Haar austrocknen und schwächen. Dies führt dazu, dass das Haar spröde wird und schneller bricht.

Tipps und Lösungen: Was Frauen gegen Haarausfall tun können

Haarausfall kann in vielen Fällen gezielt bekämpft werden, hier kommen ein paar Tipps wie auch du deinem Haar eine extra Portion Liebe schenken kannst:

Professionelle Hilfe: Um die genaue Ursache und eine geeignete Behandlung für einen starken, langanhaltenden Haarausfall zu bestimmen, solltest du mit einem Arzt oder Dermatologen sprechen.

Stress-Faktoren meiden: Eine Ursache für den Haarausfall bei Frauen kann psychischer und physischer (in Form einer Krankheit) Stress sein. Versuche Stress-Faktoren zu reduzieren, dann geht es wahrscheinlich nicht nur deinen Haaren besser, sondern auch dir selbst!

Haarpflege: Versuche ständiges Bleaching und andere starke Mittel die deine Haarstruktur angreifen zu vermeiden. Es gilt weniger ist mehr.

Haarpflegeprodukte: Verwende milde Shampoos und Conditioner, die zu deinem Haartyp passen und gut verträglich für deine Kopfhaut sind. Haarmasken, Öle und weiteres können dir helfen, aber du solltest auf die Inhaltstoffe achten.

Gesunde Lebensgewohnheiten: Ausreichend Schlaf, regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung tragen zur allgemeinen Gesundheit bei, dies wirkt sich auch positiv auf deine Haare aus.

Nahrungsergänzungsmittel: Wenn die Ursache für den Haarausfall auf einen Mangel an Nährstoffen zurückzuführen ist, kann sich gezieltes Substituieren positiv auf das Haarwachstum auswirken.